- Münsterchor -

Aufzeichnungen belegen einen Cäcilienchor im 19. Jahrhundert. Auch das 1806 aufgelöste adlige Damenstift verfügte über einen singfähigen Chor, der sich noch nicht als Verein bezeichnete. 1790 widmete ein Signore Joan: Westermayr eine Missa De Requiem in F minor „dem Säckinger Chor ganz allein“ (Pro choro Säckingensi), instrumental ausreichend besetzt für Solisten und Chor. So feierte der Münsterchor 1991 sein 200-jähriges Bestehen. Schon 1736 belegen Stimmhefte eine Gruppe von mindestens 8 Sänger/innen. Zahlreiche Messen in großer Besetzung, stark abgegriffen und fleißig genutzt, lassen auf einen regen Musikbetrieb schließen. Bis ins 16. Jahrhundert zurück belegen Notenkäufe von Werken prominenter Komponisten die am Stift geübte Figuralmusik, ausgeführt von Choralknaben und Kaplänen, die immer zwei Instrumente beherrschten. Einen weiten Weg nahmen die Motetti einer Isabella Leonarda, 1687 in Bologna bestellt und von einem Kaminfeger über die Alpen mitgebracht. Kompositionen einer Frau – die wollte man im Damenstift einmal hören!

Im 19. Jahrhundert fehlen die großzügigen Förderinnen, die Musik wird seichter, einfache Messen pro choris ruralibus, also für Landchöre, singt man nun, der Lehrer hat, dafür kaum entgolten, den gesamten Musikbetrieb zu bewältigen. Die Cäcilienbewegung entdeckt die alten Meister, man widmet sich volkstümlicher Musik, gestaltet weltliche Unterhaltungs-abende, der Münsterchor ist eine gesellschaftliche Größe geworden. Frauen verlassen allerdings mit der Heirat den Chor, dessen Durchschnittsalter 1955 noch unter 30 Jahren liegt. Nach den Lehrern als Chorleiter (Albert Rombach 1921-1946) bringt Leonhard Blumberger (1946-1962) neuen Aufschwung und hervorragende Schulung im a-cappella-Gesang. Die längste Ära fällt unter Michael Felix (1973-2013), der manch großartiges Oratorium und interessante Eigenkompositionen aufführte. Seit Januar 2014 wird der Chor von Markus Mackowiak geleitet.

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Probe: dienstags 20 - 22 Uhr
Ort: Münsterpfarrhof

 

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- Pressestimmen - 

In Haydns "Laetatus Sum" und im Lobgesang "Laudate Nomen Domini" des englischen Renaissancekomponisten Christopher Tye zeigte sich der Chor ebenfalls bestens disponiert und beeindruckte mit bewegtem, belebtem, sehr präsentem Chorklang.
BZ, 10.6.2014

Der von Markus Mackowiak bestens einstudierte Chor imponierte in den kurzen, prägnanten Sätzen dieses Magnificats (Bach) durch bewegten, dynamisch gesteigerten Gesang...
BZ, 8.12.2014

Der Eingangschor "Jauchzet, frohlocket" der ersten Kantate hatte unter Mackowiaks umsichtigem Dirigat hinreißende Festlichkeit, Schwung und Klangpracht. Höchst lebendig und kraftvoll akzentuiert klang dieser Satz im fröhlichen, sich freudig aufschwingenden Chorgesang, überstrahlt von der brillanten Strahlkraft der Trompeten.
BZ, 29.12.2015

Beweglich im Chorklang, flexibel in der Dynamik, mustergültig in der Wortdeutlichkeit und im textverständlichen Singen zeigten sich die Chorsängerinnen und -sänger auch im schlichten Choral "Wie soll ich dich empfangen" und dem Chorsatz "Ach, mein herzliebes Jesulein".
BZ, 29.12.2015

- Bildergalerie -

Chorausflug nach Ottmarsheim und Colmar (F), September 2016

Chorausflug nach Fribourg (CH), August 2015

Münsterchor 2014